The most impressive aspect of the living world is it’s diversity. Ernst Mayr, "This is Biology"

Kaulquappen, Frösche und vieles mehr

Madagaskar

Madagaskar ist mit über 580000 km² die viertgrößte Insel der Welt. Madagaskar hat sich vor 140 Millionen Jahren vom heutigen Afrika und vor 88 Millionen Jahren vom heutigen indischen Subkontinent getrennt. Heute liegt diese „alte Insel“ 413 km vor Mosambik und 3796 km von Indien entfernt. Noch weist sie eine durch Artenreichtum und Endemismus gekennzeichnete Flora und Fauna auf.
Viele Organismengruppen Madagaskars haben ihre nächsten Verwandten in Afrika, wenngleich viele Tiere, die typisch für das afrikanische Festland sind, hier fehlen. Die Besiedlung Madagaskars von Afrika aus erfolge nach der Abspaltung von Gondwana, anfangs eventuell über eine Landbrücke mit der Antarktis, die meisten aber später übers Wasser. Für einige andere Organismengruppen finden sich die nächsten Verwandten aber nicht in Afrika. Dazu zählen auch die Madagaskarfrösche (Mantellidae), die auf Madagaskar am stärksten vertretene Froschfamilie: Deren nächste Verwandte sind die Rhacophoridae Asiens.

Als Reiseland ist die Repoblikan’i Madagasikara für den klassischen Pauschaltouristen vielleicht nicht die erste Wahl, aber man kann sicher und, wenn man es möchte, auch bequem Reisen. Belohnt wird man für den weiten Weg auf jeden Fall in den wenigen noch verbliebenen Gebieten mit erhaltener Flora und Fauna. Für biologisch Interessierte hält diese Insel unzählige Überraschungen parat, die „Gefahren der Wildnis“ dagegen sind überschaubar. Es sind mitnichten nur die wohl bekanntesten Endemiten Madagaskars, die Lemuren, die bleibende Erinnerungen hinterlassen. Wer eine verregnete Nacht im Regenwald verbracht hat, wird, neben den Blutegeln, diese unglaubliche Vielfalt and Fröschen und den von diesen erzeugten „Lärm“ so schnell nicht wieder vergessen.